Wurzelkanalbehandlung

Wenn eine Kari­es den Zahn­nerv befällt und der Nerv sich in Fol­ge des­sen ent­zün­det, muss die­ser ent­fernt wer­den. Mit Hil­fe von moder­nen Behand­lungs­me­tho­den kann der Zahn den­noch lan­ge erhal­ten blei­ben. Zudem kann durch moder­ne Gerä­te auf einen Groß­teil der Rönt­gen­bil­der ver­zich­tet wer­den und damit die Strah­len­be­las­tung für den Pati­en­ten redu­ziert wer­den.

Was ist eine Wurzelkanalbehandlung?

Bei der Wur­zel­ka­nal­be­hand­lung han­delt es sich um eine Schlüs­sel­dis­zi­plin in der Zahn­heil­kun­de, wenn es um die Fra­ge „Zahner­halt oder Zahn­ver­lust“ geht.

Was ist eine Zahnwurzel?

Zäh­ne bestehen aus einer Zahn­kro­ne (Anteil des sicht­ba­ren Zahns) und einer Zahn­wur­zel (Anteil des Zahns im Kno­chen). Je nach Zahn (Frontzähne/​Backenzähne) kön­nen zwi­schen einer bis manch­mal sogar vier Wur­zeln vor­han­den sein. In der Zahn­wur­zel befin­det sich ein Hohl­raum der die Wur­zel längs durch­zieht (sog. „Wur­zel­ka­nal“). In die­sem Wur­zel­ka­nal ver­lau­fen der Zahn­nerv sowie Blut­ge­fä­ße.

Wann ist eine Wurzelbehandlung nötig?

Es gibt ver­schie­de­ne Ursa­chen, wann eine Wur­zel­ka­nal­be­hand­lung not­wen­dig wer­den kann. Prin­zi­pi­ell gibt es zwei Haut­grün­de:
aku­te Ent­zün­dung des Zahn­nervs
Auf­grund von in den Wur­zel­ka­nal ein­ge­drun­ge­nen Bak­te­ri­en , z.B. durch eine tie­fe Kari­es am Zahn, kön­nen die­se zu einer Ent­zün­dung des Zahn­nervs und der Blut­ge­fä­ße füh­ren. Häu­fig ist die­se nicht mehr rever­si­bel (umkehr­bar).
abge­stor­be­ner Zahn­nerv
Der Zahn­nerv kann z.B. durch ein Trau­ma (Sturz/​ Schlag) auf einen Zahn abster­ben. Auch durch eine län­ge­re Zeit bestehen­de Kari­es, die nicht the­ra­piert wur­de, kann der Nerv abster­ben, ohne dass Pati­en­ten dies unbe­dingt mer­ken müs­sen. Häu­fig wird die­ser Befund erst durch die kli­ni­sche und rönt­ge­no­lo­gi­sche Unter­su­chung sicht­bar.
Das Ziel der Wur­zel­be­hand­lung ist, sämt­li­che toten oder ent­zün­de­ten Ner­ven­an­tei­le und Bak­te­ri­en aus dem Zahn zu ent­fer­nen und den Wur­zel­ka­nal gründ­lich mit Spül­lö­sun­gen zu des­in­fi­zie­ren. Anschlie­ßend wird der Wur­zel­ka­nal dicht mit einem Fül­lungs­ma­te­ri­al ver­sie­gelt.
 
Der Wur­zel­ka­nal muss in sei­ner vol­len Län­ge gerei­nigt wer­den. Das kann nur unter Zuhil­fe­nah­me moderns­ter Gerät­schaf­ten erfol­gen.
Vie­le Wur­zel­ka­nä­le, vor allem die der Backen­zäh­ne, wei­sen star­ke Krüm­mun­gen auf. Die Auf­be­rei­tung und Rei­ni­gung sol­cher Kanä­le ist nur mit hoch­fle­xi­blen Instru­men­ten mög­lich. Eine Wur­zel­be­hand­lung kann des­halb durch­aus etwas län­ger oder auch meh­re­re Sit­zun­gen dau­ern. Im Gegen­satz zu ande­ren The­ra­pien gibt es bei der Art der Wur­zel­be­hand­lung auch kaum Alter­na­ti­ven.
Nur eine pro­fes­sio­nel­le Behand­lung, bei der in unse­rer Pra­xis in Bochum moderns­te Mate­ria­li­en und eine aus­ge­feil­te Tech­nik zum Ein­satz kom­men führt dazu, dass der Kör­per den behan­del­ten Zahn nicht als Fremd­kör­per erkennt und die­ser noch über vie­le Jah­re erhal­ten bleibt. Auf­grund des hohen zu betrei­ben­den Auf­wan­des ist eine Wur­zel­be­hand­lung lei­der häu­fig mit Kos­ten ver­bun­den, die der Pati­ent teil­wei­se pri­vat zu tra­gen hat. Aber sowohl der zeit­li­che als auch der finan­zi­el­le Auf­wand loh­nen sich in den meis­ten Fäl­len.

Meist kann so der Zahn erhal­ten wer­den und ande­re meist teu­re­re Behand­lun­gen, die beim Ver­lust eines Zah­nes not­wen­dig wür­den (z.B. Zahn­im­plan­ta­te oder Brü­cken­ver­sor­gung), ver­mie­den wer­den.

Wurzelspitzenresektion- und Entfernung unter dem OP-Mikrosokop

Wurzelkanalbehandlung unter dem OP-Mikroskop

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Seit dem 1. Janu­ar 2004 wur­den durch die gesetz­li­che Kran­ken­ver­si­che­rung Ein­schrän­kun­gen bzgl. der Durch­füh­rung einer Wur­zel­ka­nal­be­hand­lung ein­ge­führt. Dies hat zur Fol­ge, dass nicht mehr jede mög­li­che Wur­zel­ka­nal­be­hand­lung durch die gesetz­li­che Kran­ken­ver­si­che­rung über­nom­men wird. Wir infor­mie­ren Sie in sol­chen Fäl­len und klä­ren Sie über die anfal­len­den Kos­ten auf.

Eine Wur­zel­be­hand­lung ist dann gelun­gen, wenn alle Wur­zel­ka­nä­le gefun­den, gerei­nigt und schließ­lich gefüllt wer­den konn­ten. Das Füll­ma­te­ri­al ist als wei­ße Linie im Rönt­gen­bild erkenn­bar. Wenn die wei­ße Linie im Rönt­gen­bild nur sehr schmal ist oder nicht bis an die Wur­zel­spit­ze geht, hat die Wur­zel­ka­nal­be­hand­lung kei­ne gute Pro­gno­se (lin­kes Bild). Es bil­det sich dann häu­fig eine Ent­zün­dung im Kie­fer­kno­chen, rund um die Wur­zel­spit­ze – im lin­ken Bild erkenn­bar an dem schwar­zen Schat­ten rund um die Wur­zel­spit­zen. Im rech­ten Bild sieht man einen Zahn, der mit hoch­mo­der­nen Instru­men­ten und unter Ver­wen­dung einer Lupen­bril­le behan­delt wur­de. Das Resul­tat ist eine Wur­zel­ka­nal­fül­lung, die auf dem Rönt­gen­bild durch­gän­gig durch allen Wur­zeln bis an die Wur­zel­spit­ze geht.

Die Wur­zel­be­hand­lung endet mit der soge­nann­ten Wur­zel­fül­lung, einem Mate­ri­al, das in den Wur­zel­ka­nal ein­ge­bracht wird. Wur­zel­be­han­del­te Zäh­ne wer­den mit der Zeit häu­fig sprö­de, da die den Zahn ursprüng­lich ver­sor­gen­den Blut­ge­fä­ße nicht mehr exis­tie­ren. Aus die­sem Grund und weil sol­che Zäh­ne auf­grund ihrer Vor­ge­schich­te meist zu gro­ßen Tei­len zer­stört sind, müs­sen wur­zel­be­han­del­te Zäh­ne sta­bi­li­siert wer­den.

Das Mit­tel der Wahl ist in fast allen Fäl­len eine Kro­ne. Sie ver­hin­dert, dass sich im Zahn Ris­se bil­den und der Zahn aus­ein­an­der­bricht. Ist der Zahn sehr stark zer­stört, muss unter Umstän­den vor der Kro­ne ein Glas­fa­ser­stift in den Zahn ein­ge­bracht wer­den. Die­ser sta­bi­li­siert den Zahn zusätz­lich. Eine Fül­lung kann den Zahn nur tem­po­rär sta­bi­li­sie­ren.

Die Ver­sor­gung wur­zel­be­han­del­ter Zäh­ne mit einer Fül­lung anstatt einer Kro­ne soll­te lang­fris­tig ver­mie­den wer­den. Häu­fig bre­chen die­se Zäh­ne bei etwas grö­ße­rer Belas­tung und müs­sen dann ent­fernt wer­den. Das ist auch des­halb scha­de, weil sich in die­sen Fäl­len die auf­wen­di­ge und zeit­in­ten­si­ve Wur­zel­be­hand­lung nicht gelohnt hat.

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