Fehlt ein Backenzahn, geht es nicht nur um die sichtbare Lücke: Kaufunktion, Nachbarzähne und Kieferknochen beeinflussen die Entscheidung. Ein Zahnimplantat im Backenzahnbereich kann eine feste Zahnkrone tragen, ist aber nicht automatisch für jeden Befund die passende Lösung. Dieser Ratgeber erklärt, welche Voraussetzungen zählen, worin sich Oberkiefer und Unterkiefer unterscheiden und wie Sie Kosten und Alternativen sinnvoll vergleichen.
Was muss bei einem Zahnimplantat am Backenzahn geprüft werden?
Auf einem Implantat werden ein Verbindungsstück und die Krone als sichtbarer Zahnersatz befestigt. Bevor ein Zahnarzt empfiehlt, ein Zahnimplantat einsetzen zu lassen, prüft er zunächst, ob der Zahn erhalten werden kann oder ob der verlorene Backenzahn funktionell ersetzt werden sollte.
Bei Implantaten im Seitenzahnbereich sind vor allem ein ausreichend tragfähiger Kieferknochen, gesundes oder entzündungsfreies beziehungsweise ausreichend behandeltes Zahnfleisch, ein stabiler Zahnhalteapparat und eine zuverlässige Mundhygiene wichtig. Auch Biss, Nachbarzähne, der allgemeine Gesundheitszustand und Medikamente fließen in die Beurteilung ein. Sind die Nachbarzähne gesund, kann ein einzelnes Implantat die Lücke schließen, ohne sie für eine Zahnbrücke zu beschleifen.
Qualifikationen zur chirurgischen und parodontalen Einordnung sind für eine passende Beurteilung wichtig. Dr. Frederic vom Orde, M.Sc., ist Fachzahnarzt für Oralchirurgie mit Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie und einem Masterabschluss in Parodontologie und Implantattherapie.
Was unterscheidet Ober- und Unterkiefer bei der Planung?
Keiner der beiden Kiefer ist pauschal einfacher oder schwieriger zu behandeln. Entscheidend sind immer die persönlichen anatomischen Verhältnisse. Bei einem Implantat im Oberkiefer kann die Nähe zur Kieferhöhle das verfügbare Knochenangebot begrenzen. Ist der Knochen nicht ausreichend hoch oder breit, kommt abhängig vom Befund ein Knochenaufbau vor oder während der Implantation infrage.
Für ein Implantat im Unterkiefer ist besonders der Verlauf des Nervkanals wichtig. Vor dem Einsetzen des Implantats erfolgen deshalb eine klinische Untersuchung und eine ausreichende Röntgendiagnostik. Eine dreidimensionale DVT-Aufnahme kann angezeigt sein, wenn wichtige anatomische Fragen mit zweidimensionalen Bildern nicht zuverlässig beantwortet werden können.
Welche Kosten und Alternativen sollten Sie vergleichen?
Zu den Gesamtkosten können Diagnostik, chirurgischer Eingriff, Implantatkörper, Aufbau, Zahnkrone, Laborleistungen und ein möglicher Knochenaufbau gehören. Ein Heil- und Kostenplan macht den voraussichtlichen Eigenanteil nachvollziehbar.
Bei gesetzlich Versicherten übernimmt die Krankenkasse die Implantation grundsätzlich nur bei seltenen Ausnahmeindikationen. Der befundorientierte Festzuschuss orientiert sich an der Regelversorgung. Darüber hinausgehende Kosten des implantatgetragenen Zahnersatzes tragen Patienten meist selbst. Die Kosten für ein Implantat lassen sich deshalb erst nach der Untersuchung verlässlich einordnen. Bei konsequenter Mundhygiene und Nachsorge können Implantate langlebig sein.
Eine Alternative zum Zahnimplantat im Backenzahnbereich kann der Erhalt des Zahns, eine Zahnbrücke als festsitzender Zahnersatz oder eine herausnehmbare Versorgung sein. In ausgewählten Situationen kann auch das kontrollierte Belassen einer Lücke erwogen werden.
Die passende Versorgung richtet sich nach Ihrem Befund
Ob ein Zahnimplantat für Sie sinnvoll ist, hängt von der Position der Lücke, dem Kieferknochen, den Nachbarzähnen und Ihrer gesundheitlichen Situation ab. In einem persönlichen Gespräch lassen sich vorhandene Befunde, mögliche Alternativen und der Heil- und Kostenplan gemeinsam einordnen. Für eine Beratung steht Ihnen unser Bochumer Praxisteam zur Verfügung.
FAQ: Häufige Fragen zur Implantation
Muss ein fehlender Backenzahn immer ersetzt werden?
Nein. Entscheidend sind unter anderem die Position des Zahns, die Gegenbezahnung, der Biss und mögliche Veränderungen der Nachbarzähne. Ein Zahnarzt kann beurteilen, ob ein Implantat, eine andere Versorgung oder das kontrollierte Belassen der Lücke infrage kommt.
Was kostet ein Zahnimplantat am Backenzahn einschließlich Krone?
Für ein einzelnes Implantat sind in Bochum etwa 1.200 bis 2.200 Euro zu zahlen. Aufbau, Krone, Diagnostik, Laborleistungen und ein möglicher Knochenaufbau kommen hinzu. Den Eigenanteil zeigt der individuelle Heil- und Kostenplan verlässlich.
Wann kann bei einem Backenzahnimplantat ein Knochenaufbau nötig sein?
Ein Knochenaufbau kann erforderlich sein, wenn der vorhandene Kieferknochen nicht breit oder hoch genug ist, um das Implantat stabil aufzunehmen. Das kann beispielsweise nach längerem Zahnverlust oder im Oberkiefer durch die Nähe zur Kieferhöhle der Fall sein. Ob ein Implantat mit Knochenaufbau sinnvoll ist, zeigt erst die Diagnostik.
Wie lange dauert es, bis der implantierte Backenzahn belastbar ist?
Nach dem Einsetzen des Implantats muss es abhängig von Kiefer, Knochenqualität und Zusatzbehandlungen meist zwei bis sechs Monate in den Kieferknochen einheilen. Eine äußerlich geschlossene Wunde bedeutet noch nicht, dass das Implantat endgültig belastbar ist. Näheres erklärt unser Ratgeber zur Einheilung eines Zahnimplantats.
